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Dieses Thema hat 14 Antworten
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 Laura37s gesammelte Werke
Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.12.2007 15:19
RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten

Frau Karin träumt vom großen Glück,
von Liebe und so Sachen,
denkt an die Jugendzeit zurück,
möcht’ Liebe noch mal machen.

Dann lädt sie zum Geburtstag ein,
wird 75 Jahre,
sie denkt sich: „Heute muss es sein“,
und kämmt sich durch die Haare.

Des Nachbarn Söhnchen ihr gefällt,
den will sie heut verführen,
der soll um alles in der Welt
sie ganz intim berühren.

Sie hat Erfolg, der Sohn beißt an,
er ist nicht mehr ganz nüchtern.
Frau Karin zeigt ihm, was sie kann,
er wirkt auf sie so schüchtern.

„War ich die erste Frau bei dir?“
fragt dann die Jubilarin.
Der Jüngling nimmt sich noch ein Bier.
„Du warst die erste Karin.“

©Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.12.2007 15:29
#2 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten



Frau Karin muss heut erst zur Bank,
sie hat zu wenig Sprit im Tank.
Dass sie am Schalter warten muss,
bereitet ihr ganz schön Verdruss.

Da plötzlich hört sie einen Knall,
ein Mann stürmt rein, schreit: „Überfall!“
Wie eine aufgeschreckte Herde
wirft alles flach sich auf die Erde.

Frau Karin brüllt den Räuber an,
was dieser gar nicht leiden kann.
Dann fällt ein Schuss, trifft Karin schwer.
Nun braucht sie auch kein Spritgeld mehr.

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.12.2007 15:36
#3 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten



Frau Karin geht heut’ zum Friseur
wie jeden Freitagmorgen.
Dort kann relaxen sie und mehr,
vergisst all ihre Sorgen.

Doch leider ist der Gigolo
nicht gut auf sie zu sprechen.
Er reicht ihr eine Piccolo,
um die Kritik zu schwächen.

Sie leert das Glas in einem Zug
und fängt gleich an zu meckern.
Das Blond ist ihr nicht blond genug.
„Sollst klotzen und nicht kleckern!“

Da nimmt der Barber die Essenz,
„vergisst“ sie zu verdünnen,
Frau Karin schreit - er fragt sie „brennt’s?“
Sie brüllt fast wie von Sinnen.

Dann fallen alle Haare aus,
die Haut, sie hängt in Fetzen.
Cool holt er 'ne Perücke raus,
die kann sie jetzt aufsetzen.

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.12.2007 16:10
#4 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten

Frau Karin möchte Urlaub machen,
drum packt sie ein die Badesachen.
Frau Karin hasst Malaria,
drum geht’s nach Gran Canaria.
Dort gibt es Haie an der Zahl,
doch keine Tse-tse-Fliegenqual.

Wie sie so liegt am heißen Strand,
die BILD von gestern in der Hand,
denkt sie für sich, es kann nicht schaden,
ich geh’ erst mal ein bisschen baden,
es ist so herrlich hier und warm.
Was sie nicht hört: Den Hai-Alarm.

Sie stürzt sich in die kühlen Fluten,
beachtet nicht das laute Tuten.
Die Aufsicht schreit, gestikuliert.
Frau Karin denkt, ob der wohl friert?
Vielleicht kämpft dieser kleine Dicke
gerade mit ´ner Tse-tse-Mücke.

Dann sieht sie die zwei Flossen kommen,
noch nicht ganz klar, nur leicht verschwommen.
Der Hai beißt tief in sie hinein.
Vor Schreck kann sie nicht einmal schrei’n.
Sie denkt nur noch im Schmerzensfieber:
Die Tse-tse-Fliege wär’ mir lieber.


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

14.12.2007 05:30
#5 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Auf dem Bauernhof


Die Bäuerin zählt ihre Schweine,
sie sieht, es sind noch ihrer Drei.
Geschlachtet werden soll das Eine,
das reißt ihr fast das Herz entzwei.

Sie hat schon Trauer angezogen,
so nah geht ihr der Abschied heut’.
Ein Trost für sie ist, ungelogen:
Es war ´ne schöne Schweinezeit.

Sie denkt daran, an einem Tage
da wird auch sie gestorben sein.
Insofern ist, ganz ohne Frage,
doch auch der Mensch ein armes Schwein.


© Wolfgang









Frau Karin hat, sie muss gestehen,
noch keinen Bauernhof gesehen.
Sie weiß fast nichts vom Bauernhof,
für sie sind alle Bauern doof.
„Sie waten immer nur im Dreck
und räumen die Fäkalien weg.“

Dann fragt Hans aus dem Freundeskreis,
ob sie denn wirklich noch nicht weiß,
wo all die schönen Steaks herkommen.
Frau Karin sagt: „Hab’ angenommen,
der Metzger stellt sie selber her,
für einen Metzger doch nicht schwer!“

Der Freund, er lacht und lädt sie ein,
am Samstag mal sein Gast zu sein.
„Wir werden eine Kutsche buchen
und einen Bauernhof besuchen.“

Frau Karin zieht sich sehr chic an,
will imponieren diesem Mann.
Sie holt die Stola aus der Truhe
und steigt dann in die Stöckelschuhe.

Sie möchte diesen Landbanausen,
die wohl noch zwischen Brettern hausen,
mal zeigen zwischen all dem Mist,
was eine Großstadt-Lady ist.

Der Hof erscheint ihr sehr gepflegt,
Frau Karin ist schon aufgeregt,
entdeckt drei Tiere hinterm Zaun.
Der Landwirt sagt: „Das sind die Sau’n.“

Sie sind ganz hell mit dunklen Flecken.
Frau Karin möcht’ die Hand ausstrecken
und eine Sau mal leicht berühren.
Der Bauer öffnet ihr die Türen.

„Geh’ nur hinein, du Großstadtkind,
dann siehst du wie die Viecher sind“,
denkt er und sagt: „Die beißen nicht“
schaut grinsend ihr ins Angesicht.

Die Dame will sich nicht blamieren
und geht hinein zu den drei Tieren.
Der Eber mustert sie ganz groß,
begrüßt sie mit ´nem leichten Stoß.


Frau Karin rechnet damit nicht,
verliert das Stöckel-Gleichgewicht
und landet mit ´nem lauten „Patsch“
der Länge nach im Schweinematsch.

Zuerst kann sie rein gar nichts sagen,
der Landwirt will auch gar nichts fragen,
er holt den Eimer für das Vieh,
gießt kaltes Wasser über sie.

Und während sie auf Steinen sitzt,
wird sie mal richtig abgespritzt.
Die Bäuerin, obwohl noch fremd,
leiht ihr ein buntes Bauernhemd.

Nachdem sie schließlich frisch gewaschen,
bringt Oma ein paar gute Flaschen.
Der Korken knallt, die Erde bebt,
wer hat denn so was schon erlebt?

Frau Karin ist ganz heiter drauf
und nimmt des Bauern Worte auf.
Sie lernt, wie Schweinesteaks entstehen
und Bauern sonntags „fein“ aussehen.

Hat auf der Heimfahrt laut gelacht,
„Ja, so was hätt’ ich nie gedacht!“
Die Stöckelschuhe sind dahin.
Trotzdem, für Karin ein Gewinn!


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

16.12.2007 14:12
#6 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten

Winter

Frisch zugefroren ist der See
bedeckt mit einem Hauch von Schnee.
Frau Karin geht mit Schlittschuh drauf,
probiert den neuen Eiskunstlauf.

Auf einmal dann, ein lautes „Krach!“
Frau Karin wundert sich, sagt „ach“,
sie hört den Rettungswagen tuten,
und sanft versinkt sie in den Fluten.

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

16.12.2007 14:14
#7 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Weihnacht

Es hat geschneit im tiefen Wald,
die Luft ist klar, der Schnee ist kalt.
Frau Karin kommt mit ihrem Mann,
der nur am Stock noch gehen kann.

Sie wollen ihren Sohn besuchen
mit selbstgebackenem Streuselkuchen.
Sie gehen durch den dunklen Tann,
der Mann fühlt, dass es nicht mehr kann.

Und plötzlich sinkt er in den Schnee.
Frau Karin ruft nur kurz „O weh“
und geht dann weiter - es ist kalt
im tief verschneiten Winterwald.

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

19.12.2007 07:31
#8 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten

Oktoberfest

Wer je Frau Karin hat geseh’n,
der sagt, sie sei besonders schön.
Und trotzdem hat sie keinen Mann,
was niemand recht verstehen kann.

Frau Karin denkt, so geht’s nicht mehr,
wo krieg’ ich einen Mann bloß her?
Ob sich das Glück wohl zwingen lässt
in München beim Oktoberfest?

Doch schon sind da die ersten Fragen:
Was soll ich eigentlich dort tragen?
Was ist für’s Fest das beste Kleid?
Wie weck’ ich andrer Frauen Neid?

Da fällt ihr echt was Tolles ein:
Ein schickes Dirndl muss es sein!
Doch neue Dirndl, die sind teuer,
dazu kommt noch die Mehrwertsteuer.

Soll sie sich selbst den Wunsch verweigern?
O nein, bei Ebay kann man steigern.
Man bietet auf gebrauchte Sachen
kann manchmal auch ein Schnäppchen machen.

Sie sucht sich aus, was ihr gefällt,
bis sie den Zuschlag dann erhält.
Das Dirndl ist ein guter Kauf
und schwarze Stiefel obendrauf.

Ihr Dekolleté ziert eine Kette,
die Männer werden, jede Wette,
in großen Scharen auf sie fliegen
und alles tun, sie zu besiegen.

Frau Karin wirft sich in die Brust,
fast kriegt sie auf sich selber Lust,
sie findet sich so wunderschön,
welch Jüngling sollt’ ihr widerstehn?

„Ich lach’ mir einen Tänzer an,
und eins, zwei, drei hab’ ich ´nen Mann.
Bestimmt werd’ ich den Traumprinz finden
und ihn mit Liebe an mich binden.

Wie viele haben in drei Stunden
in München schon ihr Glück gefunden?“
So packt sie ihre Sachen schnell
und sucht sich online ein Hotel.

Dann fährt sie los, frisch parfümiert,
nach München, bayrisch ausstaffiert.
Tritt ein ins große Wies’n-Zelt,
mein Gott, was kostet heut’ die Welt!

Und die Kapelle spielt zum Tanze,
Frau Karin denkt: „Ich geh’ auf’s Ganze.
Das Zelt ist voll, die Stimmung gut,
mal sehen, was sich heute tut.“

Sie lächelt einen Bayern an,
der kaum noch grade stehen kann.
Der trinkt nur Bier und Schnäpse pur,
von Tanzenwollen keine Spur.

Dann sieht sie zwei Japaner sitzen,
sich in der Diskussion erhitzen.
Als einer aufsteht, sieht sie gleich,
dass der ihr bis zur Schulter reicht.

Ein fescher strammer Bursche dort,
als sie ihn anlacht, schaut er fort.
Und auch da drüben, diese Wanzen,
woll’n alles andre, nur nicht tanzen.

Sie wartet, sitzt und sitzt und wartet,
ob doch ein Mann noch zu ihr startet.
Ja, viele schauen sie groß an,
doch keiner traut an sie sich ran.

Für Karin wird es nun zur Qual.
„Wann kommt denn endlich Damenwahl?“
Und als die kommt, da kann man sehen,
wie alle plötzlich pinkeln gehen.

Zum Schluss kommt doch ´ne lahme Ente,
die auch ihr jüngster Sohn sein könnte.
Frau Karin denkt: „Das ist ja toll“,
erhebt sich langsam, hoffnungsvoll.

Der Mann schwankt leicht schon aus der Spur,
dann fragt er sie - nach Feuer nur.
Drauf sagt Frau Karin ganz betroffen:
„Der ist ja auch total besoffen!“

Legt ihre Hand vor ihr Gesicht,
„So etwas gibt es einfach nicht!“
Sie tut sich wirklich selber leid
in ihrem schönen Dirndkleid.

Ob alle diese müden Knaben
denn so viel Angst vor Schönheit haben?
Frau Karin kann das nicht verstehen,
und sie beschließt, jetzt heimzugehen.

Enttäuscht verlässt sie dieses Zelt.
„Du bist zu schön für diese Welt!“
denkt sie, und ihre Liebeslust
weicht einem tiefen Männerfrust.

Das Dirndl, Stiefel und ein Mieder
versteigert sie bei Ebay wieder.
„Das nächste Mal fahr kurzerhand
ich gleich nach Sylt zum Hundestrand!“


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:21
#9 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Ein Mäuslein trifft am Waldesrand
den riesengroßen Elefant.
„Was bist du groß!“, sagt es erstaunt.
„Was bist du klein“, der Ele raunt.

So gehen sie für eine Weile,
das Mäuschen schnell, er ohne Eile.
Da kommen sie an einen Fluss,
den irgendwie man queren muss.

Bald finden sie auf ihrem Weg
aus Holz hinüber einen Steg.
Der Elefant stampft auf das Holz,
das Mäuslein brüstet sich voll Stolz
und wispert mitten über’m Bach:
„Wir beide machen einen Krach!“


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:22
#10 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Am Strand

Frau Karin geht am Meeresstrand,
sie trägt die Hose in der Hand.
Es kratzt ihr in der Ritze.
Macht das die Hitze?
Nein, der Sand.

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:23
#11 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Ausflug


Frau Karin fuhr auf der Chaussee
in ihrem Porsche-Wagen
Da fiel etwas ins Dekolleté
von ihrem Hemdenkragen.

Sie griff hinein mit einer Hand,
die andre riss am Steuer.
Den Porsche nachts am Baum man fand,
oh je, der war so teuer.


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:24
#12 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Badevergnügen


Frau Karin in der Wanne saß,
mit Schaum im warmen Bade,
am Rande stand mit Sekt ein Glas,
nicht mit Champagner, schade.

Der Sekt, er schmeckte nicht ganz rein:
Arsen und etwas fade.
Danach schlief sie ganz selig ein
in ihrem warmen Bade.


© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:26
#13 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten

Liebe

Frau Karin sagt: „Ich liebe dich“
und schmiegt sich in ihr Kissen.
„Oh Liebster sag, liebst du auch mich?
Ich möcht’ es gerne wissen.“

Der Mann will endlich seine Ruh’.
drum sagt er aus dem Bauch:
„Mein Schatz, ich geb’ es ehrlich zu,
ja, ja, dich lieb’ ich auch.“

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:28
#14 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Alternative

Liebe


Frau Karin liegt in ihrem Bette,
sie hat’s mit ihrem Mann getrieben.
Sie raucht sich eine Zigarette,
ihr Mann bleibt noch ein Weilchen liegen.

„Ich lieb’ dich“, sagt sie durch den Rauch
und schmiegt sich in ihr Kissen.
„Oh Liebster sag, liebst du mich auch?
Ich will es gerne wissen.“

Der Mann will endlich seine Ruh’.
drum sagt er aus dem Bauch:
„Mein Schatz, ich geb’ es ehrlich zu,
ja, ja, dich lieb’ ich auch.“

© Wolfgang

Laura37 Offline




Beiträge: 252

13.01.2008 15:31
#15 RE: Frau Karin träumt vom großen Glück Antworten


Hoffnung

Wo alle Wege enden,
ist leerer Raum.
Wo Macht und Geiz verblenden,
kann nie der Traum
vom großen Glück auf Erden
wahrhaft verwirklicht werden.

Wo Licht ist, ist auch Schatten,
Reichtum lebt von der Not.
Oft raubten noch die Satten
den Armen das letzte Brot.
Wenn jeder jeden leben ließ,
dann wär’ die Welt ein Paradies.

Die Hoffnung auf ein bess’res Leben
in Frieden und Gerechtigkeit
kann Mut und Kraft den Armen geben,
trotz Elend, Kummer, Not und Leid.
Nur wer die Hoffnung nicht mehr kennt,
ist arm, auch wenn man reich ihn nennt.

© Wolfgang

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