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 Jahresausklang
greatmum Offline




Beiträge: 7.842

28.12.2006 11:01
RE: Silvester- & Neujahrsbräuche antworten

Silvester - 31.Dezember

Wo kommt der Name her?


Der 31. Dezember ist seit dem Gregorianischen Kalender der letzte Tag des Jahres. Dieser Tag ist dem heiligen Silvester geweiht.

Silvester war von 314-335 Papst unter dessen Pontifikat sich die Einführung des Christentums als Staatsreligion unter Kaiser Konstantin vollzog. Papst Silvester I. verstarb am 31. Dezember 335 in Rom.

Wie mit allen Festtagen, so verbinden sich auch mit Silvester Bräuche, Sitten und allerlei Aberglaube.

In der Nacht zum Jahreswechsel geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern.

Geknalle, lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten bei denen Trommeln, Schellen und Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, sollten diese fernhalten.

Heutzutage wird dieses Brauchtum auf der ganzen Welt durch gigantische Feuerwerke ersetzt.

Alleine in Deutschland werden Jahr für Jahr Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen für mehr als 60 Millionen Euro in die Luft gejagt.

Knaller, Feuerwerk, Kirchenglocken, Walzermusik und Sektkorken - Lärm und Musik sind aus den meisten Kulturen genauso wenig wegzudenken wie die Glückwünsche.

"Ein gutes und gesegnetes neues Jahr!" - so oder so ähnlich lauten die typischen
Grüße oder Wünsche zum Neuen Jahr.

Im privaten Umfeld wünscht man sich
dagegen meist "einen guten Rutsch".

Wobei der "gute Rutsch" nichts mit einem "Hinüberrutschen" ins neue Jahr zu tun hat.

Der Ausdruck geht auf das hebräische Wort "rosch" zurück, das "Anfang" bedeutet, also den Beginn des neuen Jahres.

Sind dann die ersten Sekunden des neuen Jahres angebrochen, so stößt man auf den Silvesterparties und Feten mit einem Glas Champus an und sagt "Prosit Neujahr" oder "Prost Neujahr".

Das Wort "Prosit" ist lateinisch und bedeutet "es möge gelingen".

Alle diese Neujahrswünsche drücken die Hoffnung aus, daß das neue Jahr dem Mitmenschen Glück bringen werde.

Freunden, Verwandten und Bekannten, mit denen man Silvester nicht verbringen konnte, übermittelt man den Neujahrswunsch über eine Neujahrskarte oder telefonisch.

Im Zeitalter von Internet und schnurlosem Telefonieren schickt man auch eMails, digitale Grußkarten oder SMS.

Deutungen und Glücksbringer

Eine ganze Reihe an Deutungen und Glücksbringern beeinflussen die Feiern zum Jahreswechsel bis heute.

Diese Bräuche gehörten schon seit ewigen Zeiten zum magischen Denken und Handeln der traditionellen Gesellschaften.

Dabei dreht sich alles um die Verabschiedung des alten Jahres und die Begrüßung des neuen.

Hintergrund des ausgelassenen, manchmal ausschweifenden Feierns ist die Hoffnung auf Fruchtbarkeit und Wohlstand im neuen Jahr.

Weit verbreitet ist das "Bleigießen" kurz nach Mitternacht. In einem eigens dafür vorgesehenen Löffel wird ein Stück Blei über einer Kerzenflamme erhitzt, geschmolzen und dann rasch in ein Gefäß mit kaltem Wasser geworfen.

Aus dem Schatten der daraus entstandenen Figuren glaubt man die Zukunft deuten zu können.

Zum Jahreswechsel haben Glücksbringer Hochkonjunktur


Beliebt sind die "Glückspfennige", die gem. der alten Volksweisheit "wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert", Ihre glücksbringende Bedeutung bis heute aufrechthalten konnten.

Des Hufeisens Aufgabe dagegen ist es, als Talisman Haus und Hof zu schützen und Fremden den Eingang zu verwehren. in früheren Zeiten wurde es auch an Schiffsmasten genagelt - selbst Admiral Nelson sorgte dafür, dass die "Victory" nicht ohne diesen Glücksbringer in See stach.

Schornsteinfeger oder Kaminkehrer gelten als Glücksbringer, weil sie immer als erste am Neujahrsmorgen durch die Straßen gingen und zum neuen Jahr gratulierten.

Glück kommt auch aus dem Blumentopf. Die Rede ist natürlich vom vierblättrigen Klee, dem "Glücksklee", welcher dem Volksglauben nach Glück bringen soll.
Das geheimnisumwitterte Kleeblatt stammt eigentlich
aus Mexiko und beflügelt geheime Wünsche und Hoffnungen zum Jahreswechsel.

Weit verbreitet sind auch Glücksschweine, meistens aus Marzipan.

Schon für die alten Germanen war der Eber heilig.

Das Schwein gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und damit als Zeichen für Wohlstand und Reichtum.

"Schwein gehabt zu haben" bedeutet bei uns daß einer viel Glück gehabt hat.

Wer über viel "Schwein" verfügte, galt bei den Griechen und Römern als privilegiert und gut situiert.

Der Marienkäfer gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes, daher der Name.

Beschützt die Kinder und heilt die Kranken, wenn er ihnen zufliegt.

Niemals abschütteln oder gar töten - das bringt Unglück.

Ganz sicher geht man, wenn man die Glücksbringer addiert.

Der Handel hat sich längst auf die Vermarktung, des auch noch in heutiger Zeit weitverbreiteten Aberglaubens, spezialisiert.

Selbst im Supermarkt lassen sich Glücksschweine aus Marzipan, Marienkäfer aus Schokolade, kleine Töpfchen mit Glücksklee, dekoriert mit einem Schornsteinfeger oder einem Glückspfennig, kaufen.

Egal, wenn's hilft, denken sicher viele, und letztlich versetzt der Glaube bekanntlicherweise auch Berge. ;-)

Neujahrsbräuche

Neujahrstag - 1. Januar


Jahrhunderte lang wurde der Jahresbeginn zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert. Erst 1691 legte Papst Innozenz XII. den Neujahrsbeginn auf den ersten Januar fest.

Viele Religionen dagegen haben einen beweglichen Neujahrstag! Die Juden und der Islam nach Mondjahren, die Iraner nach Sonnenjahren.

In China, Korea und Vietnam begrüßt man das neue Jahr zwischen Ende Januar und Ende Februar.

Es ist das größte Fest des chinesischen Kulturkreises, das drei Tage lang mit prächtigen Drachen- und Löwenumzügen gefeiert wird.

Auch mit Neujahr sind die unterschiedlichsten Facetten des Aberglaubens verbunden.

Frei nach dem Motto "Wie das Neujahr beginnt, so ist das ganze Jahr" wurde und wird auch heutzutage noch nach bestimmten Regeln verfahren:

So bemüht sich bspw. die Hausfrau schon seit jeher, über Neujahr ja keine Wäsche zum Trocknen hängen zu lassen, da dies Unglück und Arbeit im kommenden Jahr mit sich bringe.

In den vielen ländlichen Bereichen der Alpenregion ist das "Räuchern", das Begehen der Wohn- und Arbeitsräume und Stallungen mit gesegnetem Weihrauch, üblich, um die Dämonen zu vertreiben.

In der chinesischen Welt wird nach alter Tradition vor Beginn des Neujahrsfestes das Haus mit Bambuszweigen, die die bösen Geister vertreiben, gründlich geputzt. Während der Neujahrstage würde man Gefahr laufen, auch das Glück hinauszukehren.

Viele Essens- und Trinkbräuche, die man zum Jahreswechsel pflegt, haben ebenfalls einen abergläubischen Hintergrund.

Das man sich am Neujahrstag etwas ganz besonders Gutes gönnt, liegt auf der Hand, schließlich sagt man: "Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf".

So manchen läßt der Aberglaube seine Linsensuppe am Neujahrstag auslöffeln, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht. In anderen Gegenden spricht man dies dem Verzehr von Sauerkraut zu.

Beliebt ist auch der Neujahrskarpfen. Dazu gehört, daß der Hausvater eine der Fischschuppen unter seinen Teller legt. Diese muß das ganze Jahr über in der Geldbörse aufbewahrt werden, was einen prall gefüllten Geldbeutel garantieren soll.

Neujahrsbräuche weltweit - So feiert man Neujahr anderswo

In Mitteleuropa weit verbreitet sind Speisen aus Schweinefleisch, wie Schweinskopf oder "Saurüssel", die Glück bringen sollen.

Als Süßigkeit verzehrt man Marzipanschweinchen aber auch Backwaren wie Früchtebrot oder die sogen. Neujahrsbrote, in die oft einzelne Münzen eingebacken werden.

Geflügel hingegen sollte zu Neujahr in gar keinem Falle verzehrt werden, da das Glück sonst hinweg fliegt. Eine Ausnahme bilden die Rheinländer, die mit der Neujahrsgans ihrem Schicksal trotzen wollen.

Bei den Griechen gibt es das Basiliusbrot, in welches sie einzelne Münzen einbacken.

In manchen Teilen Englands backt man dreieckige Törtchen, die mit Faschiertem (Hackfleisch) gefüllt und als Geschenke weitergegeben werden.

In England ist es darüber hinaus üblich, daß sich die Nachbarn am Neujahrstag besuchen und gemeinsam selbstgebackenen Kuchen mit Wein verzehren.

In Schottland dagegen serviert man den sogenannten Schwarzen Laib (Black Bun). In gemütlicher Freundesrunde werden Haggis, gefüllte Schafsmägen, verspeist. Das Ganze wird mit reichlich Whisky heruntergespült.

In Rußland verzehrt man Borschtsch und Kutya, letzteres ist ein Porridge-ähnliches Gericht aus Weizen- und anderen Getreidekörnen, die für Hoffnung stehen, sowie Honig und Mohn, die Freude und Erfolg bescheren sollen.

In Israel sollen süße Äpfel in Honig als Neujahrsspeise die Hoffnung ausdrücken, daß das neue Jahr süß werden möge.

In Spanien wird zu jedem mitternächtlichen Glockenschlag eine Weintraube gegessen. Beim 12. Schlag, bevor man sich umarmt und beglückwünscht, muß dann alles verspeist sein, will man nicht Unglück im neuen Jahr haben.

Amerikaner besuchen Freunde, Verwandte und Nachbarn. Bei diesen spontanen Besuchen wünscht man das Allerbeste für das neu begonnene Jahr und es wird reichlich gegessen und getrunken.

Japaner backen eine Woche vor Neujahr bei einem gesellschaftlichen Beisammensein Reiskuchen.

An Neujahr ißt man Soga, eine den italienischen Makkaroni ähnliche Art Teigwaren, die ein langes Leben bescheren sollen.

So vielfältig wie die Eßsitten sind auch die Getränke, die zum Jahreswechsel serviert werden.

Champagner oder Sekt, steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Rund um den Erdball läßt man zur mitternächtlichen Stunde die Korken knallen.

In Schottland allerdings stößt man nicht mit Sekt an, sondern mit dem Hot Pint, einem Punsch aus Starkbier, Whisky und Eiern.

In der kalten Jahreszeit sind zwei Heißgetränke beliebt, die seit eh und je zum festen Bestandteil der Silvesternacht gehören:

die Feuerzangenbowle
der Silvesterpunsch

Zu beiden gibt es eine Vielzahl an Rezepten.

Quelle

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